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Gut vorbereitet für den Ernstfall: Was tun bei Katastrophen und größeren Notlagen?

Informationen und Vorsorgetipps Ihrer Freiwilligen Feuerwehr Luthe

Ein schweres Unwetter, ein großflächiger Stromausfall, Hochwasser oder ein Brand können unseren Alltag innerhalb weniger Minuten verändern. Auch wenn Deutschland über gut organisierte Rettungsdienste, Feuerwehren und Katastrophenschutzeinrichtungen verfügt, können Einsatzkräfte bei größeren Schadenslagen nicht überall gleichzeitig helfen.

Deshalb ist es wichtig, dass sich jeder Haushalt auf mögliche Notfälle vorbereitet.

Wer rechtzeitig vorsorgt, schützt sich selbst, seine Familie und entlastet im Ernstfall die Einsatzkräfte.

Checkliste für den Katastrophenfall hier aufrufen

1. Warnungen erkennen und richtig reagieren

Bei einer drohenden Gefahr informieren die zuständigen Behörden die Bevölkerung über verschiedene Warnsysteme:

  • Cell Broadcast: Warnmeldungen direkt auf geeignete Mobiltelefone.

  • Warn-App NINA: Amtliche Warnungen und wichtige Handlungsempfehlungen.

  • Sirenen: Akustische Warnung der Bevölkerung.

  • Radio und Fernsehen: Aktuelle Informationen und Anweisungen.

  • Offizielle Internetseiten: Informationen der zuständigen Behörden.

Was bedeuten die Sirenensignale?

Warnung der Bevölkerung: Ein einminütiger auf- und abschwellender Heulton.

Entwarnung: Ein einminütiger gleichbleibender Dauerton.

Bei einer Warnung sollten Sie Ruhe bewahren, sich über die aktuelle Gefahrenlage informieren und die Anweisungen der Behörden befolgen.

Achtung: Sirenensignale und ihre Verwendung können regional unterschiedlich geregelt sein.

2. Vorsorge für einen längeren Stromausfall

Ein großflächiger Stromausfall kann dazu führen, dass Beleuchtung, Heizung, Internet, Mobilfunk, Kartenzahlung und Teile der Wasserversorgung ausfallen.

Bereiten Sie sich deshalb auf einen mehrtägigen Ausfall vor.

Das sollten Sie zu Hause haben:

  • Taschenlampen mit Ersatzbatterien

  • Batteriebetriebenes Radio oder Kurbelradio

  • Geladene Powerbanks

  • Ausreichend Trinkwasser und haltbare Lebensmittel

  • Warme Kleidung und Decken

  • Bargeld in kleinen Scheinen

  • Notwendige Medikamente

  • Hygieneartikel

  • Wichtige Telefonnummern auf Papier

Wichtige Sicherheitshinweise:

Verwenden Sie niemals Holzkohlegrills, Campingkocher oder benzinbetriebene Stromerzeuger in geschlossenen Räumen. Es besteht akute Lebensgefahr durch Kohlenmonoxid.

Öffnen Sie Kühlschrank und Gefrierschrank möglichst selten. Schalten Sie empfindliche Elektrogeräte aus, damit sie bei Wiederkehr der Stromversorgung nicht beschädigt werden.

3. Lebensmittel und Trinkwasser bevorraten

Das Bundesamt für Bevölkerungsschutz und Katastrophenhilfe empfiehlt, einen Vorrat für möglichst zehn Tage anzulegen. Bereits ein Vorrat für drei Tage ist ein sinnvoller Anfang.

Als Richtwert gelten zwei Liter Trinkwasser pro Person und Tag, einschließlich eines Anteils für die Zubereitung von Speisen.

Für einen Haushalt mit zwei Personen ergibt sich für zehn Tage ein Wasserbedarf von etwa 40 Litern.

Geeignete Lebensmittel sind beispielsweise:

  • Konserven mit Gemüse, Obst und Fertiggerichten

  • Knäckebrot, Zwieback und haltbares Brot

  • Reis, Nudeln und andere haltbare Grundnahrungsmittel

  • Nüsse und Trockenfrüchte

  • Haltbare Milch oder pflanzliche Alternativen

  • Lebensmittel, die ohne Kühlung und möglichst ohne Kochen verzehrt werden können

Berücksichtigen Sie besondere Bedürfnisse von Kindern, älteren Menschen, Menschen mit Erkrankungen und Haustieren.

Kontrollieren Sie regelmäßig die Haltbarkeit Ihrer Vorräte und verbrauchen und ersetzen Sie die Lebensmittel im normalen Alltag.

4. Verhalten bei schweren Unwettern

Sturm, Starkregen, Hagel und Gewitter können erhebliche Gefahren verursachen.

Bei Sturm und Gewitter:

  • Bleiben Sie möglichst in Gebäuden.

  • Schließen Sie Fenster und Türen.

  • Meiden Sie Wälder, Parks und Bereiche mit großen Bäumen.

  • Halten Sie Abstand zu beschädigten Gebäuden, Baugerüsten und Stromleitungen.

  • Sichern Sie lose Gegenstände auf Balkonen und Terrassen, sofern dies gefahrlos möglich ist.

Bei Starkregen und Hochwasser:

  • Meiden Sie überflutete Straßen und Unterführungen.

  • Betreten Sie keine vollgelaufenen Keller oder Tiefgaragen.

  • Fahren Sie niemals mit dem Auto durch überflutete Straßen.

  • Bringen Sie sich rechtzeitig in höher gelegene Gebäudeteile.

  • Beachten Sie Absperrungen und Anweisungen der Einsatzkräfte.

Bereits geringe Wasserhöhen können Fahrzeuge zum Aufschwimmen bringen. Außerdem können unter Wasser offene Schächte, starke Strömungen und elektrische Gefahren verborgen sein.

5. Verhalten bei Gefahrstoffunfällen

Bei Unfällen mit gefährlichen Stoffen können giftige Gase, Rauch oder andere gesundheitsgefährdende Substanzen freigesetzt werden.

Wenn die Behörden dazu auffordern, Schutz in Gebäuden zu suchen:

  1. Begeben Sie sich sofort in ein geschlossenes Gebäude.

  2. Schließen Sie Fenster und Außentüren.

  3. Schalten Sie Lüftungs- und Klimaanlagen mit Außenluftzufuhr ab.

  4. Informieren Sie sich über offizielle Warnmeldungen.

  5. Halten Sie sich von Fenstern und Außentüren fern.

  6. Verlassen Sie das Gebäude erst, wenn die Behörden Entwarnung geben oder andere Anweisungen erteilen.

Holen Sie Kinder nicht eigenmächtig aus Schulen oder Kindergärten ab, wenn dadurch zusätzliche Gefahren entstehen könnten. Die Einrichtungen verfügen über eigene Schutz- und Notfallmaßnahmen.

6. Notgepäck für eine mögliche Evakuierung

In bestimmten Situationen kann es notwendig sein, die eigene Wohnung oder das Haus kurzfristig zu verlassen.

Ein vorbereitetes Notgepäck spart dann wertvolle Zeit.

Dazu gehören:

  • Personalausweis und wichtige Dokumente

  • Krankenversicherungskarte

  • Notwendige Medikamente

  • Erste-Hilfe-Material

  • Wechselkleidung und wetterfeste Kleidung

  • Hygieneartikel

  • Trinkwasser und etwas Verpflegung

  • Mobiltelefon mit Ladekabel und Powerbank

  • Taschenlampe

  • Bargeld

  • Ersatzschlüssel

Bewahren Sie wichtige Dokumente möglichst zusätzlich als geschützte digitale Kopie auf.

Denken Sie bei einer Evakuierung auch an Kinder, pflegebedürftige Angehörige und Haustiere.

7. Notruf richtig absetzen

Bei akuter Gefahr für Menschen, Tiere oder bedeutende Sachwerte wählen Sie die 112.

Beantworten Sie möglichst folgende Fragen:

  • Wo ist der Notfall?

  • Was ist passiert?

  • Wie viele Personen sind betroffen?

  • Welche Verletzungen oder Gefahren liegen vor?

Warten Sie auf Rückfragen der Leitstelle. Beenden Sie das Gespräch erst, wenn Sie dazu aufgefordert werden.

Die Notrufnummer 112 ist ausschließlich für echte Notfälle bestimmt.

Bei großflächigen Schadenslagen können die Leitstellen stark belastet sein. Melden Sie deshalb keine Bagatellschäden über den Notruf.

8. Nachbarschaftshilfe kann Leben retten

Gerade bei größeren Katastrophen ist gegenseitige Unterstützung besonders wichtig.

Achten Sie auf ältere Menschen, Menschen mit Behinderungen und Personen, die auf Hilfe angewiesen sind.

Sprechen Sie bereits im Vorfeld mit Ihren Nachbarn darüber, wie Sie sich bei einem längeren Stromausfall oder einer anderen Notlage gegenseitig unterstützen können.

Helfen Sie anderen, ohne sich selbst in Gefahr zu bringen.

9. Informationen aus zuverlässigen Quellen nutzen

Bei Katastrophen verbreiten sich häufig Gerüchte und Falschmeldungen, insbesondere über soziale Netzwerke und Messenger.

Verlassen Sie sich deshalb auf Informationen von:

  • Feuerwehr und Polizei

  • Stadt Wunstorf und Region Hannover

  • Zuständigen Katastrophenschutzbehörden

  • Bundesamt für Bevölkerungsschutz und Katastrophenhilfe

  • Öffentlich-rechtlichen Rundfunksendern

Verbreiten Sie keine unbestätigten Meldungen weiter.

10. Persönlichen Notfallplan erstellen

Überlegen Sie gemeinsam mit Ihrer Familie:

  • Wie erreichen wir uns, wenn Mobilfunk und Internet ausfallen?

  • Wo treffen wir uns, wenn wir unsere Wohnung verlassen müssen?

  • Wer kümmert sich um Kinder oder hilfsbedürftige Angehörige?

  • Wo befinden sich wichtige Dokumente und Medikamente?

  • Wie können wir unsere Haustiere versorgen?

  • Wissen alle Familienmitglieder, wo Wasser, Strom und gegebenenfalls Gas abgesperrt werden können?

Besprechen Sie diese Fragen rechtzeitig und überprüfen Sie Ihren Notfallplan regelmäßig.


Gemeinsam sicher durch schwierige Zeiten

Katastrophen lassen sich nicht immer verhindern. Mit guter Vorbereitung, gegenseitiger Rücksichtnahme und richtigem Verhalten können ihre Folgen jedoch deutlich verringert werden.

Die Feuerwehr Luthe ist gemeinsam mit den anderen Feuerwehren und Hilfsorganisationen für die Sicherheit der Bevölkerung im Einsatz.

Doch Bevölkerungsschutz beginnt auch zu Hause. Sorgen Sie vor, bleiben Sie informiert und helfen Sie einander.

Weiterführende Informationen

Hinweis: Dieser Beitrag dient der allgemeinen Information und Vorsorge. Im konkreten Gefahrenfall haben die aktuellen Anweisungen der zuständigen Behörden stets Vorrang.